Hallo und Servus!

Ich hätte ein Anliegen bezüglich des Härtefonds unserer Regierung:

Es kann doch nicht sein, dass ich mit 500.- Euro bei meinem 2. Härtefall Fonds Antrag abgefertigt werde?

Mir entgehen als Seminarleiter ( EPU) bis August um die 8.000.- Euro an Einnahmen!

Alle meine Seminare sind bis dahin, auf Grund der Covid-19 Bestimmungen, abgesagt.

Jetzt bekomme ich eine E-Mail von der WKO worin man mir mitteilt,

dass ich ja eh schon einmal was aus dem Härtefond bekommen hätte ( 1000.-)  und abzüglich dessen,

bleiben jetzt 500.- zur Auszahlung über!
Das ist wirklich schwer nachvollziehbar!

Wie stellen die Damen und Herren in der Regierung sich das vor?

Es gibt hier viele Menschen in diesem Land die noch nie auch nur einen einzigen Cent ans Steuern oder Abgaben geleistet haben, und die steigen nun besser aus wie

Jemand der seit 40 Jahren hier seine Steuern und Abgaben leistet? Da läuft etwas gehörig schief!

Gibt es eine Möglichkeit in dieser Angelegenheit etwas zu unternehmen?

Ich freue mich über eure Antwort

Herzliche Grüße

Gregor Wassermann

Anonym, Selbstständiger Physiotherapeut

Ich bin selbstständiger Physiotherapeut in Freistadt und erwirtschafte etwa 40% meines Einkommens über Hausbesuche. Den Großteil der Stunden leiste ich über die Lebenshilfe Oberösterreich und im Altersheim Freistadt. Die restlichen 60% erwirtschafte ich zusätzlich in meiner Praxis in Freistadt.

Ich bin 34 Jahre alt und seit 2012 selbstständiger Physiotherapeut. Ich bin verheiratet, gemeinsam haben wir drei Kinder, mit 8 und jeweils 2 Jahren.

Physiotherapeut und Vater

Wie so viele Selbstständige habe ich in der ersten Phase der Krise viele laufende Patienten (vor allem Risikogruppen, sowie meine Patienten der Lebenshilfe) abgerechnet, da ja sowohl die Lebenshilfe als auch das Altersheim gesperrt wurde.

Nicht gesperrt wurden jedoch Physiotherapiepraxen. Aus diesem Grund habe ich auch jetzt noch laufende Einnahmen durch diese abgerechneten Termine. Ich habe meine Praxis dann, so wie viele andere, vorerst geschlossen und erst geöffnet als ich ausreichend FFP3 Masken zur Verfügung hatte. Zu Beginn behandelte ich nur Akutpatienten, sowie Patienten deren Reha abgebrochen wurde.

Meine aktuelle Auslastung im Vergleichszeitraum zum Vorjahr liegt bei 35-55%. Durch diese Auslastung und der noch regelmäßig eintrudelnden Zahlungen von Beginn der Krise (s.o.) falle ich auch im Durchrechnungszeitraum der folgenden Monate aus dem Härtefonds raus, da ich voraussichtlich im Schnitt über den 50% des Vorjahres bleiben werde.

Leider kommt bei uns hinzu, dass bei meiner Gattin das Kinderbetreuungsgeld für unsere Zwillinge mit Ende April endete und ich auch beim Familienhärtefonds nicht ansuchen kann, da eine Voraussetzung ja der Anspruch auf den HFF ist.

Anscheinend Pech gehabt!

Ein Physiotherapeut, der leer ausgeht


Ich sehe mich zwar in der glücklichen Lage etwas arbeiten zu dürfen, jedoch finde ich die Richtlinien (v.a. bezüglich des Familienhärtefallfonds) schon etwas … sagen wir mal schräg.

Es macht für mich ja doch einen Unterschied ob ich allein lebe und knapp über 50% meines normalen Einkommens habe, oder eben wie in meinem Fall, eine 5-köpfige Familie versorgen darf.

Markus, Inhaber eines privaten Nobel-Fitnessstudios

Ich betreibe seit fünf Jahren ein privates Nobel-Fitnessstudio als Einzelunternehmer.
Am 16.03.2020 wurde mein Studio durch die Anordnung des Bundesministeriums bis auf weiteres geschlossen. Gleich zu Beginn versuchte ich täglich, mit der Wirtschaftskammer und meinem Anwalt in Kontakt zu treten.
Da sich bereits einen Tag vor der gesetzlichen Schließung eine Hand voll Kunden aufregten und ihre Mitgliedsbeiträge zurückforderten, habe ich in Zusammenarbeit mit meinem Anwalt mehrere Lösungsvorschläge für meine Kunden ausgearbeitet und bin aktiv auf alle Kunden zugegangen. Durch die Schließung hatte ich in den ersten Wochen massive Probleme mit Kunden, die ihr Geld zurückforderten, mich persönlich für die Schließung verbal angegriffen haben, eine außerordentliche Kündigung wollten (rechtskräftig nicht möglich) und sehr viele Forderungen stellten. Hierzu hat sich auch der Konsumentenschutz (Arbeiterkammer) sofort für die Kunden eingesetzt und es wurde bereits in der 1. Woche zwei Mal in der Kronenzeitung veröffentlicht, dass die Fitnessstudios die Mitgliedsbeiträge nicht abbuchen dürfen, sowie auch keine anderen Möglichkeiten (kostenlose Verlängerung, Ersatzleistung etc.) vom Studio angeboten werden darf.
Und das in der 1. Woche bei einer Ausnahmesituation, die wir so noch nie hatten und zudem auch keine Rechtsgrundlage hierzu vorliegt!


„In den Medien wurde stets berichtet, dass die Wirtschaft mit riesengroßen Fonds unterstützt wird, dass niemand zurückgelassen wird und die Verluste zum Großteil ersetzt werden… „

Markus, Kleinunternehmer

Die Hilfestellungen seien unbürokratisch und die Unternehmen bekommen schnelle Unterstützung. Bei der 1. Phase des Härtefallfonds wurden die Richtlinien so eng gesetzt, dass die meisten EPUs/KMUs keinen Anspruch stellen konnten. Berechtigt waren zudem auch nur gewinnbringende Betriebe.
Da sich mein Studio zwar selbst trägt, jedoch keine großen Gewinne erzielt, war ich trotz 100%igem Ausfall/Verlust nicht anspruchsberechtigt. Zudem wird ein Gewinn wirtschaftlich wieder in den eigenen Betrieb reinvestiert.
Da es sehr viel Aufruhr der Unternehmer gab, wurde eine 2. Phase erstellt. Hierzu sollten die Richtlinien gelockert werden, jedoch ist eine Einreichung erst am 20. April möglich. Die 2. Phase war so anspruchsvoll bzw. kompliziert auszufüllen, dass sich sogar viele Steuerberater beschwert haben.
In den Medien erfuhr ich, dass Herr Kopf von der Wirtschaftskammer (WKO) ankündigte, dass keine Kritik gerechtfertigt sei da die Härtefallfonds alle unterstützen und bereits 30.000 Anträge eingelangt sind. Dies sollte aussagekräftig genug sein, dass die Richtlinien zur Antragstellung sehr gut sind. Die Bürger sind somit beruhigt. Es wurde jedoch nicht erwähnt, dass es in Österreich rund 800.000 EPUs/KMUs gibt. 30.000 eingelangte Anträge von 800.000 Betroffenen – was ist mit den anderen 770.000 Betroffenen?
Ich habe bis heute noch keinen einzigen Cent an Förderung bekommen, jedoch steigen täglich meine Verluste.
Ich habe mich mit dem Innenministerium, mit dem Wirtschaftsministerium und dem Sportministerium in Verbindung gesetzt. Bei allen drei Stellen wurde ich ausschließlich auf die Wirtschaftskammer verwiesen und bekam keine Antwort auf meine Fragen.
Die Wirtschaftskammer kann auch keine Auskünfte geben, da sie sich nur an die Vorgaben des Bundesministeriums halten muss. Somit werde ich bereits seit 6 Wochen von einer Stelle zur anderen hin und her geschoben.

„Keiner ist für mich zuständig, ich bekomm bis heute keinen einzigen Cent und werde komplett in Stich gelassen!“

Markus, Fitnessstudiobetreiber


Ich habe hierzu einen Brief an das Bundesministerium, Sportministerium, Wirtschaftskammer und einige mehr geschrieben und wie üblich keine Antwort erhalten.
Auch die Wirtschaftskammer hat bereits durch eine Petition versucht, dass die Fitnessstudios wieder öffnen dürfen, jedoch keine Antwort erhalten.

In Österreich gibt es rund 1.300 Fitnessbetreiber mit 8.000 Angestellten und 2,1 Millionen Mitglieder. Krafttraining stärkt erwiesenermaßen das Immunsystem. In einem Fitnessstudio gibt es ohnehin strenge Hygienemaßnahmen und dennoch dürfen die Studios als letztes wiedereröffnen!

Mein Fragen/Anliegen vom Brief an die oben genannten Stellen:

1.) Ich als Einzelunternehmer betreibe seit 5 Jahren ein Fitnessstudio und habe folgendes Anliegen bzw. folgende Fragen:Warum können Geschäfte wie Schokoladenverkäufer, Eissalons (sind diese wirklich lebensnotwendig?) udg. teils bereits vor Ostern wieder öffnen und Fitnesscenter trotz leichter Einhaltung der Hygienemaßnahmen mit viel Abstand, Personenbegrenzung etc. nicht? Fitnessstudios haben, wie jedem bewusst sein wird, auch ohne COVID-19 ein sehr hohes Hygienemaß zu treffen!
Es ist Fakt, dass Muskeltraining, besonders mit Hilfe des Fachpersonals in einem Studio, das Immunsystem stärkt und das Wohlbefinden erheblich steigert. Besonders in dieser Situation sollte man verstärkt auf die eigene Gesundheit schauen und sich nicht daheim einsperren. Laut vieler Experten schwächen die gesetzten Maßnahmen der Regierung das Immunsystem erheblich und durch die Öffnung von z.B. MC Donalds, Eissalons, Schokoladengeschäften etc. wird die Gesundheit des Einzelnen noch mehr geschädigt und nicht unterstützt!

2.) Warum sind der Großteil der EPUs und KMUs auf sich selbst gestellt und werden vollkommen in Stich gelassen? Laut Auskunft bestehen rund 800.000 EPUs/KMUs. Laut
Medienkundmachung und Auskunft der WK gibt es eine 2. Phase des Härtefallfonds, da die
meisten Betriebe durch die Kriterien in der 1. Phase keinen Anspruch hatten. In der 2. Phase wurde kundgetan, dass die Maßnahme ausreichend sei, da bereits 30.000 Ansuchen (nur Ansuchen – keine Bewilligungen) eingelangt sind – was ist mit den restlichen 770.000? Sind 30.000 Ansuchen ausreichend für die Hilfestellung bei rund 800.000 Betreffenden?
Ich als Fitnessstudiobetreiber (Geschäftsaufbau seit 5 Jahren) habe mit Mai bereits einen
Verlust von über 30.000€ zu verbuchen, bekomme keinen Cent von den angeblichen
Unterstützungsmaßnahmen und werde komplett im Stich gelassen. Ich bin im Austausch mit meinem Steuerberater und Rechtsanwalt, daher sind mir alle Fördermöglichkeiten bewusst und ich habe nirgends einen Anspruch durch die irrsinnigen Kriterien!
Durch die Förderrichtlinien bekomme ich weder aus der 1. Phase noch aus der 2. Phase des
Härtefallfonds auch nur einen Cent!

„Stundungen udg. sind absolut keine Hilfe, denn wie soll man bis Ende des Jahres diese wieder begleichen? Die Firma läuft nach Aufhebung der Maßnahmen nicht plötzlich doppelt so gut – der Schaden ist erheblich und wird noch Jahre zu spüren sein!“

Markus, Überlebenskämpfer


Auch Überbrückungskredite werden trotz Absicherung (AWS) durch die Banken zum Großteil nicht vergeben, da die Banken eine doppelte Absicherung verlangen und somit wird auch hierbei die Wirtschaft in keinster Weise unterstützt. Ich bekomme weder einen
Überbrückungskredit noch einen Förderzuschuss. Selbst wenn ich einen Kredit erhalten
würde, wäre dieser selbst zu begleichen. Und wie bereits geschrieben, wird keiner der Betriebe nachher doppelt so gut laufen, um die Kredite rückzahlen zu können.

3.) In einem Zeitungsbericht war zu lesen, dass Kunden bei der angeblichen Wiedereröffnung der Indoor-Sportarten ohne Maske trainieren dürfen aber die Angestellten schon welche tragen müssen. Auch hier frage ich mich, welcher Sinn dahintersteht. Laut vieler Virologen ist das Tragen der Masken mehr gesundheitsgefährlich als schützend, davon abgesehen, dass diese Masken keinerlei Viren abhalten! Als Angestellter ist es unzumutbar, teils bis zu 12 Stunden die Masken tragen zu müssen.

4.) Wie sollte ein Unternehmen mit diesen Maßnahmen und ohne tatsächlicher Unterstützung überleben? Wie soll ich mir als Geschäftsführer mein Essen bezahlen ohne Einnahmen Trotzdem trage ich weiterhin enorme Fixkosten und habe dabei keinerlei Anspruch auf Fördermittel vom Staat.
Sport fördert nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden, sondern stärkt
erwiesenermaßen auch effizient das Immunsystem. Durch die gesetzlichen
Rahmenbedingungen ist es nicht möglich, Fitnessbetriebe mit 100%-igen Rückgang der
Umsätze und keinerlei Fördermöglichkeiten weiter zu betreiben. Mit dieser Vorgangsweise
wird es bald wie vorhergesagt 40% weniger Fitnessbetriebe geben. Überlegen Sie sich bitte, was das für Auswirkungen auf das Gesundheitssystem haben wird!

5.) Unzählige EPUs und KMUs fallen aus den Härtefallfonds heraus und erhalten keinen Cent staatliche Hilfe. Daher können sie weder die Kosten vom eigenen Betrieb decken noch sich ein Gehalt auszahlen. Hier stellt sich mir die Frage, wie es sein kann, dass man sich in diesem Fall als österreichischer Staatsbürger nicht einmal den Betrag einer Mindestsicherung erhält. Da vor allem ja auch der Staat durch enorme Steuergelder der einzelnen Betriebe profitiert, wäre dies doch das Mindeste!
Es ist nicht gerechtfertigt, dass mein Betrieb zur Schließung gezwungen wird, ich aber
weiterhin alle Verluste und Fixkosten allein tragen muss. Sie können sich gar nicht vorstellen, welche Probleme fast alle Mitglieder gemacht haben. Die Arbeiterkammer unterstützt die Mitglieder, sodass die Situation so dargestellt wird, dass auch rechtliche Bekanntgebungen meines Rechtsanwaltes, sowie auch der WKO keine Rolle spielen.
Eine genaue Rechtslage gibt es bei dieser Situation nicht, da wir derartiges laut Rechtsanwalt noch nie hatten. Daher ist es auch nicht in Ordnung den Konsumenten so viele unklare Freiheiten zu geben, die Verluste aber komplett vom Unternehmer getragen werden müssen. Ich bin absolut auf mich allein gestellt, es wird nur auf die Bedürfnisse/Forderungen der Konsumenten und Unterstützung hinsichtlich auf die Arbeitnehmer geachtet, jedoch müssen die Arbeitgeber die kompletten Verluste zum Großteil selbst tragen, sowie die enormen Fixkosten weiterhin begleichen ohne jegliche Unterstützung!
Ich kann mir weder Essen kaufen noch meine Miete bezahlen. Mit jedem Tag der gesetzlich
angeordneten Schließung steigen die Verluste enorm – wie bereits mehrmals gesagt, ohne
Unterstützung vom Staat!


Bitte geben Sie mir dringend Bescheid, wie ich persönlich für meine Essensausgaben, meine private Wohnungsmiete usw. zusätzlich zu den Kosten meiner Firma (Fixkosten, Verluste) aufkommen kann. Ich ersuche Sie dringend, meine Fragen/Anliegen vom Blick des Unternehmers zu beantworten!
Leider habe ich bis dato (von 27 Emailadressen/Stellen) keine Rückmeldung erhalten.

Margit Mayerhofer, Fußpflegerin und Kosmetikerin

Ich heiße Margit Mayerhofer, bin 43, verheiratet und Mutter von zwei Jungs, 14 und 17 Jahre alt.

Ich war vor der Geburt meines ersten Sohnes immer angestellt und habe ganz gut verdient. Mit der Geburt meiner Kinder änderte sich mein Leben. Da ich versuchte nach der Karenzzeit, von doch einigen Jahren, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, musste ich merken wie schwierig dieser Einstieg für mich war. Eine Lösung musste her. Ich bekam das Angebot eine Ausbildung über das BFI zur Fußpflege und Kosmetik zu machen, welches ich dankend annahm.

„Es war zwar manchmal schwierig Kinder und Ausbildung unter einen Hut zu bringen, aber ich hielt durch. „

Margit, Fusspflegerin

Da es leider schwierig war irgendwo als Angestellte zu arbeiten, beschloss ich die Befähigungsprüfung in beiden Berufen abzuschließen und in die Selbstständigkeit zu gehen. Auch das Diplom für den diabetischen Fuß konnte ich abschließen. Das war vor knapp 10 Jahren. Jedes Jahr wurde die Termine mehr und mehr, meine E/A Rechnung zeigte immer bessere Zahlen. Endlich konnte ich auch zum Familieneinkommen beitragen. 

Dann der Schock: Kaputtes Knie durch einen von einer anderen Person verursachten schweren Sturz. Ich fiel dadurch einige Monate beruflich aus. Die Berufsausfallsversicherung war bei der Abwicklung eine Katastrophe. Monate vergingen und leider weigerte sich nach dem Krankenstand auch die SVA gegen die Auszahlung des Krankengeldes. Zusätzlich hat mich meine Ausfallsversicherung danach auch gekündigt. 

Ich rappelte mich wieder auf, dann der nächste Schock: Massive Wirbelsäulenprobleme, linkes Bein gelähmt, wieder monatelanger beruflicher Ausfall. Ich habe die schwere Operation überstanden, leider mit bleibender teilweiser Lähmung des Beines aber ich war auf keinen Rollstuhl mehr angewiesen. Es folgten Rehas, ambulant wie stationär, und wieder schaffte ich es halbwegs zurück. 

Zwei Jahre später der nächste Schock: Wieder dasselbe Problem. Das linke Bein war erneut gelähmt. Es folgte eine erneute Operation, durch die ich wieder Monate ausgefallen bin. Aber auch dieses Mal schaffte ich es, obwohl ich mir leider eingestehen musste, dass das Leben immer schwieriger wurde und ich um Begutachtung auf eine eventuelle Behinderung beantragte. Der Schock saß tief als ich erfahren musste, dass diese Einschränkung – ein halbseitig gelähmten Bein – leider mein Leben lang bleiben wird und es keine Aussicht auf Besserung geben wird. 

Und nun war ich offiziell zu 50% dauerhaft körperlich behindert, mit einer Eintragung von Mindererwerbsfähigkeit. Aber ich dachte, dass ich das schon schaffen werde soweit es irgendwie möglich ist und arbeitete 3-4 Stunden täglich. Das hieß für mich zwar nur wenig zum Haushalt beitragen zu können, aber es gab mir wenigstens das Gefühl nicht ganz aus der Gesellschafft ausgeschlossen zu sein. Natürlich schauten auch meine Zahlen bei der E/A Rechnung dementsprechend aus. Ich zog ein Minus mit, aufgrund der hohen Arztkosten und meiner immer wieder krankheitsbedingten Ausfälle. Aber ich schaffte es mein Lebenswerk nicht aufzugeben und dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen. 

„Die Corona-Krise aber traf mich jetzt hart, da ich wieder viele Wochen keinen Umsatz verbuchen werde. Das heißt für mich auch keinen Cent fürs Familieneinkommen beitragen zu können.“

Margit, ratlose Fusspflegerin

Mein Mann ist in Kurzarbeit geschickt worden und von heute auf morgen habe ich einfach kein Einkommen mehr. Leider war auch meine Firmenkonto, aufgrund laufender Kosten und Rechnungen die zu begleichen waren, überzogen. Die vorherigen Krankenstände konnte ich einigermaßen mit dem Krankengeld der SVA abfangen doch jetzt habe ich nichts. Mein Mann bekommt 20% seines Lohnes weniger und meine Bank  wollte mir weder den Überzieher kurzfristig in die Höhe setzen noch mir einen Minikredit gewähren. Also blieb mir nichts anderes über und ich musste privat Geld auftreiben.  

Doch mich plagen starke Existenzängste, da ich nicht abschätzen kann wie es weitergeht. Ich bekomme leider nichts aus dem Härtefond, weder in der ersten noch in der zweiten Phase. Beim Familienhärteausgleichsfond ist unklar ob und wieviel wir bekommen werden. Den Umsatz, den ich bis zum Wiederöffnen machte, ist für immer weg und ein Sprengen meines Überziehers wäre nie passiert. 

Auch jetzt wird es mir nicht möglich sein mehr Stunden zu arbeiten, da meine körperliche Einschränkung ja nicht verschwunden ist. Ich fühle mich sehr zurückgelassen, da ich anscheinend doch ein Mensch, gerade nicht zweiter, sondern letzter Klasse für die Regierung bin. Auch wenn ich es mittlerweile gewohnt bin, dass eine junge Frau mit einem Behindertenausweis und Parkerlaubnis eigenartig angesehen wird solange sie kleine Schritte macht, fühle ich mich gerade richtig minderwertig. Es gibt keine Ersparnisse oder sonstiges, welche mich jetzt noch auffangen könnte und ich fürchte mich doch ein wenig vor der Zukunft, auch wenn ich immer eine Kämpferin war. Doch das ist ein Kampf, bei dem ich befürchte auf ganzer Linie zu verlieren.

Ich weiß meine Geschichte ist lang, aber eventuell versteht man jetzt, welche einzigartigen Schicksale es da draußen gibt, und dass der Spruch „Es wird niemand zurückgelassen, koste was es wolle“ leider für manche nicht zählt. Und leider interessiert das anscheinend auch meine Interessensvertretung wenig.

Erfahrungen mit dem Härtefonds Phase 2

Ich bin Heilmasseurin in Niederösterreich. Ich erfahre auf der WKO-Seite: Anträge für HFF Phase 2 mit 20.4. ab 12h mittags zu stellen. Das habe ich getan.

Am 23.4. noch immer keine Auszahlungen oder sonstigen Meldungen seitens WKO.

„Ein Steuerberater versichert mir, dass überhaupt noch niemand was bekommen hat und auch er selbst nicht weiss was da los sei! Danach wieder Stille und Ungewissheit! Niemand weiss etwas!“

Heilmasseurin im Härtefonds-Bürokratiedschungel

Am 26.4. ist dann auf der WKO Infoseite zu lesen, dass die Regierung Verbesserungen plant. Es solle dann auch neue Anträge geben, die auf der WKO Seite zu finden sind. Hat man bereits einen Antrag ausgefüllt und versendet, so solle man dzt keinen neuen Antrag ausfüllen. Angeblich werde der „alte“ Antrag genauso gelten. Es sollen sich also, für den Einzelnen  durch die neuen veränderten Kriterien Verbesserungen ergeben. Zumindest wird das in Aussicht gestellt!

„Heute ist der 29.4. Auf der WKO Seite steht unveränderte obige Information! Und das Warten geht weiter! Bis wann? Das bleibt wohl ein Geheimnis zwischen Regierung und WKO!“

Heilmasseurin in Warteposition

Masseure dürfen ab 2.5. ihre Geschäfte öffnen! Bis heute keine Information betreffend der Schutzmassnahmen. Es ist ohnehin zu spät, um rechtzeitig noch allfälliges zu bestellen, damit jeder gut ausgerüstet aufsperren kann.

Mit Hirn und Eigeninitiative wird es wohl auch so ganz gut funktionieren! Trotzdem stellt sich die Frage, was macht eigentlich die Innung? Tiefschlaf oder Dornröschenschlaf?

Und wovon leben wir bis dahin?

Damit stirbt unser Sommergeschäft

Evi Papanagiotou, Gastronomin am Grazer Lendplatz faßt es so zusammen:

Wir haben 2018 unser Restaurant Bakaliko Cusina eröffnet. Obwohl unser Lokal sehr gut angenommen wird, kann man natürlich in diesem Zeitraum die Anfangsinvestitionen nicht erwirtschaften.

„Als wir Mitte März zusperren mußten, reichten die Barreserven um die Mitarbeiter und andere offene Forderungen zu bedienen. Für ein eigenes Einkommen und den laufenden Kosten blieb nichts.“

Eine Gastronomin die hofft, dass es aufwärts geht

Jetzt dürfen wir wieder aufsperren ohne zu wissen, wann und ob zugesagte Hilfskredite kommen, ob unsere griechischen Mitarbeiter überhaupt einreisen können und ob wir den Gastgarten, der jetzt unerläßlich ist, überhaupt bewirtschaften können.

Obwohl wir im Lokal mit den Distanzregeln fast alle Plätze halten könnten, müssten wir den halben Garten wegräumen. So ist der Betrieb nicht gewinnbringend zu führen. Auch wenn die Gäste meines Wissens nach kaum Ansteckungsgefahr haben, wenn sie Rücken an Rücken sitzen, ist da die Abstandsregel noch weiter gefaßt und der Schanigartenplatz halt beschränkt.

„Zudem ist die Ganztagsmaske für Mitarbeiter natürlich eine umstrittene Zumutung.“

Eine Gastronomin hinterfragt die behördlichen Maßnahmen

Bei uns war „Sharing Dining“ immer sehr beliebt: Jetzt darf ein Päärchen oder eine Familie nicht mal einen Salzstreuer oder einen gemeinsamen Brotkorb benutzen. Ob das alles durch Fakten begründbar ist, wage ich zu bezweifeln.

Sehr geehrte Bundesregierung,

„Bitte lesen Sie diese Zeilen nicht als Anklageschrift, sondern als aufklärende Information – ich denke viele unserer Arbeitsweisen und Beschäftigungskonstellationen sind Ihnen schlichtweg fremd.“ 

Eine Einzelunternemherin erkennt Aufklärungsbedarf

Ich möchte Ihnen ALS EINE VON VIELEN BETROFFENEN im Folgenden aufzeigen, womit ich als EPU und alleinerziehende Mutter im aktuellen Corona-Alltag konfrontiert bin.

Ich bin 46 Jahre alt, wohne in Wien und bin alleinerziehende Mutter von zwei Kindern (10 und 13 Jahre alt/Doppelresidenzmodell). Teilzeitbeschäftigung im Angestelltenverhältnis. Dazu freiberufliche Tätigkeit als Werbetexterin. 

Mein „gemischtes Arbeitsverhältnis“ hat sich aus einer wirtschaftlichen Notwendigkeit und der familiären Situation ergeben. Mit einem Fulltime-Job als Floristin könnte ich als alleinerziehende Mutter weder genug verdienen, noch meine Kinder entsprechend betreuen. Die zusätzliche selbständige Arbeit als Werbetexterin (im Homeoffice) ermöglicht es mir für meine Kinder da zu sein und wenn sie außerhäuslich betreut werden und in den vielen nächtlichen  Arbeitsstunden genug zu erwirtschaften, um leben zu können. 

ANGESTELLTENVERHÄLTNIS:

  • angestellt seit 2001 in einem Blumengeschäft (wurde 16.3. behördlich geschlossen)
  • nach der Geburt der Kinder (2006 und 2009) in Teilzeit (20 Wochenstunden). 
  • derzeitiges Monatsgehalt/netto: 1.097,33
  • seit 26.3.2020 zur Kurzarbeit Modell 90/10 angemeldet; bei positivem Bescheid: 900,00/Monat

SELBSTÄNDIGE TÄTIGKEIT:

  • seit 2011 (nach der Trennung vom Partner und Vater der Kinder) 
  • durchschnittlicher Jahresumsatz der letzten 9 Jahre: 27.933,06 (6.983,26 pro Quartal)
  • voraussichtlicher Umsatz im kommenden Quartal (fixe Zusagen): 3.000,-

Aus dieser Arbeitssitutioan ergibt sich die gesetzlich vorgeschriebene 

#DOPPELVERSICHERUNG
– bis dato ein Ausschließungsgrund für den Härtefallfonds (ungeachtet der Tatsache, dass ich die letzten neun Jahre über regelmäßig Steuern und Sozialversicherung für beide Tätigkeiten geleistet habe).

#DURCHRECHNUNGSZEITRAUM
da sich das Einkommen von uns EPU’s von Monat zu Monat stark unterscheiden kann (weil die Verrechnungszeiträume für Projekte einfach sehr divergieren), ist es wichtig, längere Durchrechnungszeiträume für die „Verluste“ und daraus folgenden Unterstützungszahlungen heranzuziehen. Ein einzelnes Vergleichsmonat im abgelaufenen Kalenderjahr heranzuzuziehen, könnte für mich fatale Folgen haben, da es Monate gibt, in denen ich KEINE EINZIGE Rechnung stellen kann.

#AUFTRAGSLAGE
die meisten meiner AuftraggeberInnen sind ebenfalls selbständig und haben mit ähnlichen unsicheren Zeiten zu kämpfen wie ich. Viele haben sich schon bei mir gemeldet, gefragt wie es geht und mir versichert, dass sie gerne wieder mit mir arbeiten werden; aber verständlicherweise jetzt ein wenig abwarten müssen, wie sich die Dinge entwickeln. 

„In meiner Branche weiss man quasi nie was kommen wird. Ich bin daran gewöhnt, nur kurzfristig planen zu können. Doch jetzt ist vorhersehbar, dass in den nächsten Wochen wenig Aufträge auf mich zukommen werden.“

Eine Einzelunternehmerin, die in eine unsichere Zukunft geht

Und nun komme ich wohl zu jenem Punkt, der die aktuellen Herausforderungen der Arbeitssituation noch drastisch zuspitzt:

#HOMESCHOOLING
Vorausgeschickt: Ich sehe es als meine Verantwortung, für meine Kinder da zu sein und sie bestmöglich zu unterstützen. Dennoch bringt mich das HOME-SCHOOLING in Kombination mit meinem HOME-OFFICE an viele Grenzen – organisatorisch, zeitlich und auch persönlich. Wir haben einen Laptop für drei Personen zur Verfügung; die Kinder sind noch nicht versiert genug, um mit Lernplattformen oder Onlinetools, völlig selbständig arbeiten zu können und manche Lehrkraft ist wohl ein wenig überambitioniert in ihren zeitlichen Vorgaben. 

Generell sind die Schulen wahnsinnig bemüht, dennoch ist der Druck (auch auf die Kinder) deutlich spürbar. Sie sind daher verunsichert und haben verstärkt Redebedarf. 

In Summe entwickelt sich das Homeschooling für mich zu einem EIGENEN JOB, den ich unentgeltlich, verantwortungsvoll und mit grösstem Engagement erledige. Der mir aber auch viel von jener Zeit und Kraft raubt, die ich brauche um meiner Arbeit nachzukommen. 

Die Aussicht, dass die Schulen bis Mitte Mai geschlossen bleiben oder in diesem Semester gar nicht mehr aufsperren werden, kann ich mir derzeit noch nicht in Zahlen umrechnen. Doch es wird meine negative Erwerbsbilanz signifikant verstärken, soviel ist sicher!


ZUSAMMENFASSEND
Hochgerechnet werde ich in den kommenden Monaten 1.400,- netto pro Monat zur Verfügung haben. Die Miet- und Betriebskosten für Wohnung und Büro machen 1.087,- aus. Energiekosten 140,- Internet 51,00 Telefonie 30,- zum Leben für drei Menschen bleiben voraussichtlich 92,-/Monat.

Mir bleibt derzeit nichts anderes übrig, als in der Selbständigkeit weiterzuarbeiten und mit diesen, mehr als halbierten Umsatzaussichten (zum Kurzarbeitsentgelt) das Auslangen zu finden oder von Familie und Freunden unterstützt zu werden, OBWOHL ich immer gearbeitet und Abgaben gezahlt habe. Sowohl der WGKK als auch der SVa.

Ich bin niemandem etwas neidig und ich weiss, es gibt Menschen, die trifft es noch härter als mich.

Woran ich mich jedoch nie gewöhnen werde können – in welcher Situation auch immer – ist Ungerechtigkeit. Und so will ich auch nicht glauben, dass Fleiss und Anstrengung so missachtet werden und man in Krisensituationen einfach fallengelassen wird.