Markus, Inhaber eines privaten Nobel-Fitnessstudios

Ich betreibe seit fünf Jahren ein privates Nobel-Fitnessstudio als Einzelunternehmer.
Am 16.03.2020 wurde mein Studio durch die Anordnung des Bundesministeriums bis auf weiteres geschlossen. Gleich zu Beginn versuchte ich täglich, mit der Wirtschaftskammer und meinem Anwalt in Kontakt zu treten.
Da sich bereits einen Tag vor der gesetzlichen Schließung eine Hand voll Kunden aufregten und ihre Mitgliedsbeiträge zurückforderten, habe ich in Zusammenarbeit mit meinem Anwalt mehrere Lösungsvorschläge für meine Kunden ausgearbeitet und bin aktiv auf alle Kunden zugegangen. Durch die Schließung hatte ich in den ersten Wochen massive Probleme mit Kunden, die ihr Geld zurückforderten, mich persönlich für die Schließung verbal angegriffen haben, eine außerordentliche Kündigung wollten (rechtskräftig nicht möglich) und sehr viele Forderungen stellten. Hierzu hat sich auch der Konsumentenschutz (Arbeiterkammer) sofort für die Kunden eingesetzt und es wurde bereits in der 1. Woche zwei Mal in der Kronenzeitung veröffentlicht, dass die Fitnessstudios die Mitgliedsbeiträge nicht abbuchen dürfen, sowie auch keine anderen Möglichkeiten (kostenlose Verlängerung, Ersatzleistung etc.) vom Studio angeboten werden darf.
Und das in der 1. Woche bei einer Ausnahmesituation, die wir so noch nie hatten und zudem auch keine Rechtsgrundlage hierzu vorliegt!


„In den Medien wurde stets berichtet, dass die Wirtschaft mit riesengroßen Fonds unterstützt wird, dass niemand zurückgelassen wird und die Verluste zum Großteil ersetzt werden… „

Markus, Kleinunternehmer

Die Hilfestellungen seien unbürokratisch und die Unternehmen bekommen schnelle Unterstützung. Bei der 1. Phase des Härtefallfonds wurden die Richtlinien so eng gesetzt, dass die meisten EPUs/KMUs keinen Anspruch stellen konnten. Berechtigt waren zudem auch nur gewinnbringende Betriebe.
Da sich mein Studio zwar selbst trägt, jedoch keine großen Gewinne erzielt, war ich trotz 100%igem Ausfall/Verlust nicht anspruchsberechtigt. Zudem wird ein Gewinn wirtschaftlich wieder in den eigenen Betrieb reinvestiert.
Da es sehr viel Aufruhr der Unternehmer gab, wurde eine 2. Phase erstellt. Hierzu sollten die Richtlinien gelockert werden, jedoch ist eine Einreichung erst am 20. April möglich. Die 2. Phase war so anspruchsvoll bzw. kompliziert auszufüllen, dass sich sogar viele Steuerberater beschwert haben.
In den Medien erfuhr ich, dass Herr Kopf von der Wirtschaftskammer (WKO) ankündigte, dass keine Kritik gerechtfertigt sei da die Härtefallfonds alle unterstützen und bereits 30.000 Anträge eingelangt sind. Dies sollte aussagekräftig genug sein, dass die Richtlinien zur Antragstellung sehr gut sind. Die Bürger sind somit beruhigt. Es wurde jedoch nicht erwähnt, dass es in Österreich rund 800.000 EPUs/KMUs gibt. 30.000 eingelangte Anträge von 800.000 Betroffenen – was ist mit den anderen 770.000 Betroffenen?
Ich habe bis heute noch keinen einzigen Cent an Förderung bekommen, jedoch steigen täglich meine Verluste.
Ich habe mich mit dem Innenministerium, mit dem Wirtschaftsministerium und dem Sportministerium in Verbindung gesetzt. Bei allen drei Stellen wurde ich ausschließlich auf die Wirtschaftskammer verwiesen und bekam keine Antwort auf meine Fragen.
Die Wirtschaftskammer kann auch keine Auskünfte geben, da sie sich nur an die Vorgaben des Bundesministeriums halten muss. Somit werde ich bereits seit 6 Wochen von einer Stelle zur anderen hin und her geschoben.

„Keiner ist für mich zuständig, ich bekomm bis heute keinen einzigen Cent und werde komplett in Stich gelassen!“

Markus, Fitnessstudiobetreiber


Ich habe hierzu einen Brief an das Bundesministerium, Sportministerium, Wirtschaftskammer und einige mehr geschrieben und wie üblich keine Antwort erhalten.
Auch die Wirtschaftskammer hat bereits durch eine Petition versucht, dass die Fitnessstudios wieder öffnen dürfen, jedoch keine Antwort erhalten.

In Österreich gibt es rund 1.300 Fitnessbetreiber mit 8.000 Angestellten und 2,1 Millionen Mitglieder. Krafttraining stärkt erwiesenermaßen das Immunsystem. In einem Fitnessstudio gibt es ohnehin strenge Hygienemaßnahmen und dennoch dürfen die Studios als letztes wiedereröffnen!

Mein Fragen/Anliegen vom Brief an die oben genannten Stellen:

1.) Ich als Einzelunternehmer betreibe seit 5 Jahren ein Fitnessstudio und habe folgendes Anliegen bzw. folgende Fragen:Warum können Geschäfte wie Schokoladenverkäufer, Eissalons (sind diese wirklich lebensnotwendig?) udg. teils bereits vor Ostern wieder öffnen und Fitnesscenter trotz leichter Einhaltung der Hygienemaßnahmen mit viel Abstand, Personenbegrenzung etc. nicht? Fitnessstudios haben, wie jedem bewusst sein wird, auch ohne COVID-19 ein sehr hohes Hygienemaß zu treffen!
Es ist Fakt, dass Muskeltraining, besonders mit Hilfe des Fachpersonals in einem Studio, das Immunsystem stärkt und das Wohlbefinden erheblich steigert. Besonders in dieser Situation sollte man verstärkt auf die eigene Gesundheit schauen und sich nicht daheim einsperren. Laut vieler Experten schwächen die gesetzten Maßnahmen der Regierung das Immunsystem erheblich und durch die Öffnung von z.B. MC Donalds, Eissalons, Schokoladengeschäften etc. wird die Gesundheit des Einzelnen noch mehr geschädigt und nicht unterstützt!

2.) Warum sind der Großteil der EPUs und KMUs auf sich selbst gestellt und werden vollkommen in Stich gelassen? Laut Auskunft bestehen rund 800.000 EPUs/KMUs. Laut
Medienkundmachung und Auskunft der WK gibt es eine 2. Phase des Härtefallfonds, da die
meisten Betriebe durch die Kriterien in der 1. Phase keinen Anspruch hatten. In der 2. Phase wurde kundgetan, dass die Maßnahme ausreichend sei, da bereits 30.000 Ansuchen (nur Ansuchen – keine Bewilligungen) eingelangt sind – was ist mit den restlichen 770.000? Sind 30.000 Ansuchen ausreichend für die Hilfestellung bei rund 800.000 Betreffenden?
Ich als Fitnessstudiobetreiber (Geschäftsaufbau seit 5 Jahren) habe mit Mai bereits einen
Verlust von über 30.000€ zu verbuchen, bekomme keinen Cent von den angeblichen
Unterstützungsmaßnahmen und werde komplett im Stich gelassen. Ich bin im Austausch mit meinem Steuerberater und Rechtsanwalt, daher sind mir alle Fördermöglichkeiten bewusst und ich habe nirgends einen Anspruch durch die irrsinnigen Kriterien!
Durch die Förderrichtlinien bekomme ich weder aus der 1. Phase noch aus der 2. Phase des
Härtefallfonds auch nur einen Cent!

„Stundungen udg. sind absolut keine Hilfe, denn wie soll man bis Ende des Jahres diese wieder begleichen? Die Firma läuft nach Aufhebung der Maßnahmen nicht plötzlich doppelt so gut – der Schaden ist erheblich und wird noch Jahre zu spüren sein!“

Markus, Überlebenskämpfer


Auch Überbrückungskredite werden trotz Absicherung (AWS) durch die Banken zum Großteil nicht vergeben, da die Banken eine doppelte Absicherung verlangen und somit wird auch hierbei die Wirtschaft in keinster Weise unterstützt. Ich bekomme weder einen
Überbrückungskredit noch einen Förderzuschuss. Selbst wenn ich einen Kredit erhalten
würde, wäre dieser selbst zu begleichen. Und wie bereits geschrieben, wird keiner der Betriebe nachher doppelt so gut laufen, um die Kredite rückzahlen zu können.

3.) In einem Zeitungsbericht war zu lesen, dass Kunden bei der angeblichen Wiedereröffnung der Indoor-Sportarten ohne Maske trainieren dürfen aber die Angestellten schon welche tragen müssen. Auch hier frage ich mich, welcher Sinn dahintersteht. Laut vieler Virologen ist das Tragen der Masken mehr gesundheitsgefährlich als schützend, davon abgesehen, dass diese Masken keinerlei Viren abhalten! Als Angestellter ist es unzumutbar, teils bis zu 12 Stunden die Masken tragen zu müssen.

4.) Wie sollte ein Unternehmen mit diesen Maßnahmen und ohne tatsächlicher Unterstützung überleben? Wie soll ich mir als Geschäftsführer mein Essen bezahlen ohne Einnahmen Trotzdem trage ich weiterhin enorme Fixkosten und habe dabei keinerlei Anspruch auf Fördermittel vom Staat.
Sport fördert nicht nur die Gesundheit und das Wohlbefinden, sondern stärkt
erwiesenermaßen auch effizient das Immunsystem. Durch die gesetzlichen
Rahmenbedingungen ist es nicht möglich, Fitnessbetriebe mit 100%-igen Rückgang der
Umsätze und keinerlei Fördermöglichkeiten weiter zu betreiben. Mit dieser Vorgangsweise
wird es bald wie vorhergesagt 40% weniger Fitnessbetriebe geben. Überlegen Sie sich bitte, was das für Auswirkungen auf das Gesundheitssystem haben wird!

5.) Unzählige EPUs und KMUs fallen aus den Härtefallfonds heraus und erhalten keinen Cent staatliche Hilfe. Daher können sie weder die Kosten vom eigenen Betrieb decken noch sich ein Gehalt auszahlen. Hier stellt sich mir die Frage, wie es sein kann, dass man sich in diesem Fall als österreichischer Staatsbürger nicht einmal den Betrag einer Mindestsicherung erhält. Da vor allem ja auch der Staat durch enorme Steuergelder der einzelnen Betriebe profitiert, wäre dies doch das Mindeste!
Es ist nicht gerechtfertigt, dass mein Betrieb zur Schließung gezwungen wird, ich aber
weiterhin alle Verluste und Fixkosten allein tragen muss. Sie können sich gar nicht vorstellen, welche Probleme fast alle Mitglieder gemacht haben. Die Arbeiterkammer unterstützt die Mitglieder, sodass die Situation so dargestellt wird, dass auch rechtliche Bekanntgebungen meines Rechtsanwaltes, sowie auch der WKO keine Rolle spielen.
Eine genaue Rechtslage gibt es bei dieser Situation nicht, da wir derartiges laut Rechtsanwalt noch nie hatten. Daher ist es auch nicht in Ordnung den Konsumenten so viele unklare Freiheiten zu geben, die Verluste aber komplett vom Unternehmer getragen werden müssen. Ich bin absolut auf mich allein gestellt, es wird nur auf die Bedürfnisse/Forderungen der Konsumenten und Unterstützung hinsichtlich auf die Arbeitnehmer geachtet, jedoch müssen die Arbeitgeber die kompletten Verluste zum Großteil selbst tragen, sowie die enormen Fixkosten weiterhin begleichen ohne jegliche Unterstützung!
Ich kann mir weder Essen kaufen noch meine Miete bezahlen. Mit jedem Tag der gesetzlich
angeordneten Schließung steigen die Verluste enorm – wie bereits mehrmals gesagt, ohne
Unterstützung vom Staat!


Bitte geben Sie mir dringend Bescheid, wie ich persönlich für meine Essensausgaben, meine private Wohnungsmiete usw. zusätzlich zu den Kosten meiner Firma (Fixkosten, Verluste) aufkommen kann. Ich ersuche Sie dringend, meine Fragen/Anliegen vom Blick des Unternehmers zu beantworten!
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